Das demokratische Deutschland feiert einen Mord

Nach mehr als einem Jahrzehnt wird in der pakistanischen Stadt Abbottabad der gesuchte Topterrorist Osama bin Laden  in seiner Villa von Spezialkräften der USA gestellt und getötet.

Die Nachricht verbreitet sich um die Welt und es wird gefeiert.

Man feiert den Eingriff der Amerikaner auf das Hoheitsgebiet eines souveränen Staates.

Man feiert den Mord an einem Menschen.

Man feiert den menschenunwürdigen Umgang mit dessen Leiche, welche im übertragenen Sinn den Fischen zum Fraß vorgeworfen wurde.

Und auch unser freiheitlich demokratischer Staat feiert mit!

Deutsche Spitzenpolitiker, allen voran unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), freuen sich öffentlich über die Verletzung der Menschenrechte. Man sollte diese Damen und Herren einmal fragen, auf welche Verfassung sie einst geschworen haben, für welche Grundrechte am Menschen sie eigentlich eintreten sollten und was wohl die höchsten Werte unseres freiheitlich demokratischen Staates sind.

Die Taten Osama bin Ladens waren grausam, sie waren unmenschlich und mit unvorstellbarem Leid verbunden. Osama bin Laden verletzte die Menschenrechte und die Werte der Menschlichkeit.

Ist der Westen aber berechtigt ebenso zu handeln?

Die Feier des Todes Osama bin Ladens ist im moralischen Sinn eine schlimmere Niederlage für die Demokratie, für deren Erhalt Millionen weltweit sterben mussten, als der Angriff der Terroristen am 11. September.